20 Millionen Euro sollen Informationsangebote im Web an Unterstützung bekommen - erstmals auch reine Onlinemedien.
Frankreich will seine Förderungen für die nationale Presse aufstocken. 900 Millionen Euro hat die Informationsbranche heuer von Präsident Nicolas Sarkozy erhalten. Die nächsten drei Jahre sollen je 20 Millionen Euro auch den Onlineplattformen zur Verfügung stehen, und zwar sowohl den Internetablegern klassischer Printprodukte als auch erstmals reinen Netzangeboten - vorausgesetzt sie sind informativer Natur. Acht von insgesamt 64 Online-Anträgen stammen derzeit von reinen Online-Angeboten. Verlage dürften ihrem Präsidenten für diesen Schritt ob ihrer finanziellen Schieflage danken. Kritiker unterstellen der Subventionspraxis die Sicherung einer zahmen Presse. Medienberichten zufolge haben zahlreiche Portale bereits aus ethischen Gründen auf Förderanträge verzichtet.
Französische Experten schlugen Abgabe auf Online-Werbung vor, um Subventionen für Web-Angebote zu finanzieren.
In Frankreich denkt man gerade über eine so genannte “Google-Steuer” nach. So schlug ein Expertenausschuss in einem Bericht an Kulturminister Frederic Mitterand eine Abgabe auf Online-Werbung vor. Die Einnahmen dieser “Werbesteuer” sollen die millionenschweren Subventionen für Internet-Angebote finanzieren, die kürzlich beschlossen wurden. In diesem Jahr braucht das Ministerium dazu rund 50 Millionen Euro, für 2011 und 2012 sind jeweils zwischen 35 und 40 Millionen Euro vorgesehen.
Quelle: Horizont.at (Doris Raßhofer/Rainer Seebacher)
